Glückwunsch, Sansibar!
Wer hierzulande Sansibar hört, denkt meist zuerst an Strandhafer, Sylt und Herbert Seckler statt an Palmen und Afrika. Es mag auch vereinzelt noch Menschen geben, die mit dem Begriff die Geburtsstätte Freddy Mercurys verbinden. Die Mehrheit aber verbindet mit Sansibar Deutschlands bekanntestes Restaurant. Ein Sylturlaub ohne Sansibar ist wie Nordsee ohne Wasser. Kaum einer, der noch nicht dort war oder zumindest davon gehört hat.Dass er einmal ausgerechnet von einer Feinschmecker-Bibel zum „Restaurateur des Jahres“ gekürt werden könnte, hätte sich Sansibar-Wirt Herbert Seckler ganz sicher auch nicht träumen lassen, als er vor 30 Jahren beschloss, aus einem alten Strandkiosk in den Rantumer Dünen eine Art maritime Schihütte zu machen.
„Bloß kein Gourmet-Tempel“ nämlich war seine Maxime. Und sie ist es auch bis heute, auch wenn der Fisch in der Sansibar frischer und besser schmeckt als in vielen Sterne-Restaurants der Republik und der Weinkeller so manchen Sommelier vor Neid erblassen lässt.
Einen Platz, an dem sich alle wohlfühlen, den wollte Herbert Seckler schaffen. Das ist ihm zweifelsohne gelungen. Egal, ob Badelatsche oder High Heel: In seinem Lokal sind alle gleich und alle werden mit gleichbleibender Freundlichkeit und Aufmerksamkeit behandelt. Daran hat sich auch nichts geändert, als sich die Sansibar im Laufe der Jahre zum beliebten Szenehotspot und ganz nebenbei zum Weinimperium und zum Lifestyle-Label entwickelte.
Sich selbst und andere nicht so wichtig nehmen, so lautet Secklers Credo, er war immer authentisch, lange schon, bevor die Werbefachleute diesen Begriff als wesentlichen Erfolgsfaktor einer Marke im Duden entdeckten. Und wer Herbert Seckler kennt, der ahnt, dass der gebürtige Schwabe auch um die Auszeichnung zum „Restaurateur des Jahres“, mit der ihn die Redaktion des Gault Millau in der brandneuen Ausgabe des renommierten Restaurantführers würdigte, nicht viel Aufhebens machen wird.
Herzlichen Glückwunsch, Herbert Seckler! Möge die Flagge mit den gekreuzten Säbeln noch lange über den Rantumer Dünen wehen.
19. November 2008
Foto: Sansibar, Rantum/Sylt
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