Pimp my Tütensuppe?

Verbraucherorganisation Foodwatch stellt Escoffier-Feinkost und Alfons Schuhbeck an den Pranger.

Berlin (AFP) — Die Verbraucherorganisation Foodwatch hat die Irreführung von Verbrauchern durch angebliche Feinkostprodukte beklagt. Als Beispiel kritisierte die Organisation am Freitag die Champignon-Creme-Suppe der Firma Escoffier, die vom Spitzenkoch Alfons Schuhbeck präsentiert wird, als "Standard-Industrieware". Das Unternehmen wies die Vorwürfe zurück.

 

Bei der Escoffier-Suppe handele es sich um "Standard-Industrieware vollgestopft mit Zusatzstoffen", sie werde aber überteuert als Feinkost verkauft, kritisierte Foodwatch. Die Suppe habe etwa die gleichen Zutaten wie eine Champignon-Creme-Tütensuppe von Maggi - koste aber dreimal so viel. Die Organisation stellt das Produkt auf seiner Website "abgespeist.de" vor, auf der die Organisation Werbelügen anprangert.


"Unter dem Namen Escoffier wird mit Zusatzstoffen vollgepumpte Standardware überteuert als Feinkost verkauft und den Verbrauchern das Geld aus der Tasche gezogen", sagte die Leiterin der abgespeist.de-Kampagne, Anne Markwardt, der Nachrichtenagentur AFP. Dies sei typisch für die Produkte der Reihe: Im Angebot sei Fischfond mit Rindfleischextrakt, Buttersauce ohne Butter, eine Würzpaste aus Glutamat. Escoffier gehört zum Gewürze-Konzern Fuchs.


Der Konzern erklärte zu den Vorwürfen, Fuchs könne die Vorwürfe gegen das Produkt "Escoffier Duett" nicht nachvollziehen. Im Gegensatz zu Tütensuppen, die mit Wasser aufgegossen würden, bilde wie "bei allen feinen Suppen und Saucen" ein flüssiger Fond die Grundlage. Die Suppe besteht aus zwei Dosen, von denen eine mit einer Würzzubereitung und die andere mit einem flüssigen Fond gefüllt ist.


Foodwatch kritisierte, "Fond" stehe hier für Wasser mit Salz, Gewürzen und Geschmacksverstärker, Escoffier betonte jedoch, das Geschmackserlebnis sei bei "Escoffier Duett" ein "gänzlich anderes" als bei Tütensuppen. Die Fondherstellung sei auch deutlich aufwändiger. Hinzu komme, dass eine Verpackung aus Weißblech deutlich teurer sei.

Foodwatch wendet sich mit der Kampagne abgespeist.de gegen irreführende Werbepraktiken von Lebensmittelherstellern.

Dazu stellt die Organisation auf ihrer Internetseite regelmäßig Produkte vor, die nach ihren Angaben nicht halten, was sie versprechen.

 


Weitere Informationen:

www.foodwatch.de
www.abgespeist.de 


10. Juli 2009

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